Vorurteile

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Vorurteil 1: Bullterrier sind Kampfhunde


Als Kampfhunde im eigentlichen Sinne werden Hunde bezeichnet, die zu Tierkämpfen, insbesondere zu Hundekämpfen, aber auch Kämpfen z.B. gegen Bullen (“Bullenbeißer”) oder Ratten gezüchtet, ausgebildet und eingesetzt wurden. Der Begriff bezeichnet also keine bestimmte Hunderasse, sondern ein bestimmtes Einsatzgebiet. Selbst der kleine Yorkshire Terrier (berühmt als “Schoßhund”) besitzt eine Vergangenheit als Kampfhund gegen Ratten.

Der Bullterrier war nie Kampfhund, auch wenn einige Autoren diese Tatsache ignorieren. Als Beispiel sei hier stellvertretend der viel zitierte Kampf des Hink’schen Hundes “Puss” gegen eine viel stärkere Hündin in der schummrigen Kneipe in Long Acre genannt: Diesen Kampf hat es nie gegeben, er ist ein Mythos. Anhand von Ausstellungskatalogen von 1860 lässt sich belegen, dass dieser Kampf nie stattfand – war doch die schummrige Kneipe zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 20 Jahre nicht mehr existent.

Bullenbeißen (aus dem Englischen Bull-Baiting) ist eine Form des Tierkampfes, die in England des 16. – 18. Jahrhunderts hohe Popularität genoss. Es war zu dieser Zeit ein beliebter Sport für Menschen aller Klassen, bei dem große Summen gewettet wurden. Bullenbeißer waren kraftvolle, speziell für diesen Sport gezüchtete Hunde, die sich der Aufgabe stellten, Bullen niederzuringen.

Das gesamte Äußere dieser Bulldoggen (Englisch Bulldogs) war darauf ausgelegt, Bullen bei der Nase zu packen und zu Boden zu ziehen. Der ideale Bullenbeißer war gedrungen, mittelgroß, standfest und mit enormer Kraft im Nacken- und Kieferbereich. Die kurze Nase und der vorstehende Unterkiefer erlaubte festes und langes Zupacken,ohne zu ersticken.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Hunde grundsätzlich dabei zu Tode gebissen wurden und einen qualvollen Tod erleiden mussten.

Obwohl dies – die mit Abstand unrühmlichste Verwendung der Rassen war – wurde auch hier Aggressivität gegen Menschen nie gefördert und geduldet. Ganz im Gegenteil, sie wurden mit dem Tode bestraft.

Etwa 30 Jahre nach dem Verbot der Kämpfe bemühte sich der Züchter James Hinks, die neu entstandene Rasse zu verbessern. Er kreuzte den Staffordshire Terrier mit dem Pointer, Dalmatiner und dem English White Bullterrier.

Er erhielt ein reinweißes Tier, welches er als White Bullterrier bezeichnete. Von diesem Hund stammen die heutigen Bullterrier ab.

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