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Vorurteil 4: Beißkraft von bis zu drei Tonnen

Mit diesem Vorurteil möchte ich nun ein für allemal aufräumen.

Es ist fachlich bisher nicht möglich, eine exakte Messung vorzunehmen. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Unterlagen, welche die gestellte Frage beantworten könnten. Die "Tonnenbeißkraft" ist in den Gehirnen der Journalisten entstanden, die Wissenschaftler haben bisher keine Methode gefunden, in Testverfahren ein System zu entwickeln, welches die Hunde veranlasst, mit voller Kraft gleichmäßig zuzubeißen. Dementsprechend gibt es auch keine fachlich fundierten Untersuchungen. Diese infame Aussage basiert auf der Tatsache der bereits oben erwähnten Bullenbeißer-Zucht. Diese Zuchthunde kämpften bis zum eigenen Tode um ihr Leben. Das Beißen resultierte also aus Todesangst und nicht aus Beißlust, was ich ausdrücklich betonen möchte.

Hundekämpfe sind in den meisten Ländern der Welt verboten, finden aber mancherorts im kriminellen Umfeld dennoch statt. Keiner Hunderasse macht das Kämpfen Freude oder gar Spaß. Es dient ausschließlich der eigenen Verteidigung.

Unter Fachleuten ist es unbestritten, dass eine Reihe von Terrierrassen über eine ganz besonders ausgeprägte Gebissstärke verfügt - es handelt sich dabei in aller erster Linie um die Hunderassen, die zur Jagd unter der Erde auf Fuchs und Dachs eingesetzt sind. Wenn man einen Rottweiler in seiner Gebissstärke mit irgendeiner Rasse der so genannten "Kampfhunde" vergleicht, dann ist mit Sicherheit der Rottweiler bei weitem überlegen. Die Gebissstärke ist besonders bei den so genannten Molosserassen relativ schwach entwickelt - man kann davon ausgehen, dass in Relation zur Größe sich die Gebissstärke keinesfalls parallel vergrößert. Relativ kräftige Gebisse finden wir auch bei den Jagdhunderassen.

Hinsichtlich der zur Diskussion stehenden Hunderassen Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bull Terrier und Englische Bullterrier wurde bestätigt, dass ihre Gebissstärke absolut normal ist, keine Auffälligkeiten vorliegen.

Manch ein Wissenschaftler behauptet gar, ein Mann mit ausgeprägter Kiefermuskulatur ist dem Englischen Bullterrier, was die Beißkraft angeht, lediglich unerwähnenswert unterlegen. Man erinnere sich einmal an Mike Tyson, der innerhalb kürzester Zeit in der Lage war seinem Gegner ein Ohr abzubeißen. Mit einem Englischen Bullterrier im Boxring wäre dies mit Sicherheit nicht passiert.